Europa-Union Stuttgart wählt Vorstand neu
Die Europa-Union Stuttgart hat in ihrer Mitgliederversammlung am 10. Februar 2010 den Vorstand neu gewählt. Bestätigt im Amt wurden die Kreisvorsitzende Dr. Petra Püchner, der Geschäftsführer Reinhold Halder und der Stellvertreter Regionalrat Thomas Leipnitz. Neu als Stellverterter wurde der Stadtrat Michael Conz gewählt sowie die Stadträtin Niombo Lombaals Schriftführerin. Der Schatzmeister Hans Jürgen Krampulz und die Kassenprüfer Dimitrios Kourtis und Hartmut Welck wurden bestätigt. Im Beirat wurden wieder gewählt: Victoria Gierer, Eberhard Keller, Achim Laur, MdL Brigitte Lösch, Susanne Winkler, Dr. Hartmut Welck. Neu gewählt wurden Simone Schmidt und Raiko Grieb. Bei den Delegierten für die Landesversammlung haben sich einige JEFler aufstellen lassen, was die Kreisvorsitzende besonders gefreut hat. Damit ist der Vorstand für die kommenden zwei Jahre hervorragend aufgestellt. Der geschäftsführende Vorstand sowie der Beirat zeugen von der Überparteilichkeit der Europa-Union mit Vertretern in beiden Gremien von der CDU, Die Grünen, FDP und SPD. Die Einbindung der Vertreter aus dem Gemeinderat, dem Regionalparlament und dem Landtag ist gelungen.
Siebenbürgen Vorbild für Europa
- Neujahrsempfang der Europa-Union Oberkirch in der Winzergenossenschaft
Oberkirch mit Europaabgeordnetem Csaba Sógor -
Von Roman Vallendor
Oberkirch. Otmar Philipp, Vorsitzender der Europa-Union Oberkirch,
sprach von einem ungewöhnlichen Vortrag Sógors, dessen Aspekte nachdenklich stimmten. Tatsächlich war die Rede des studierte Theologe philosophisch und von historischen Aspekten geprägt, wobei der Vortragende an passender Stelle die Denkweise der Kommunistischen in witzigen Anekdoten verdeutlichte. Die fünfzig Zuhörer lauschten den Ausführungen mit Schmunzeln. Was lag für einen gebürtigen Siebenbürgener näher, als das kulturelle Vermächtnis der Donauregion für ein Zusammenleben der verschiedenen Völker Europas in den Fokus zu richten.
Vor dem ersten Weltkrieg wurde Siebenbürgern zur Hälfte von Rumänen (52%) und zur Hälfte von Ungarn und Deutschen (48%) bewohnt. Die Menschen hatten die tagtägliche Möglichkeit, sich in Toleranz, gegenseitiger Annahme und Solidarität zu üben. Nicht einmal Kriege, die Invasion der Türken und Tataren habe die in Jahrhunderten entstandene Einheit der Kulturen, Sprachen und Völker zerstören können. Ungarn, Rumänen und Deutsche beherrschten voneinander nicht nur die Sprachen, sondern übernahmen jeweilige Bau- und Ernährungsgewohnheiten sowie die Musikkultur. Die zwei Weltkriege und zwei Diktaturen des 20. Jahrhunderts hätten die Situation verändert. Nicht nur die ethnischen Grenzen hätten sich verschoben, sondern auch die ethnische Zusammensetzung (20% Ungarn, 80% Rumänen). Während die Festungskirchen zum Großteil noch bestünden, existiere die deutsche Kultur nur noch in den Erinnerungen weniger Bewohner.Der Einfluss der schwäbischen Einsiedlern des 18. Jahrhunderts stellte der Redner die rumänische Kultur gegenüber, die von der byzantinischen orthodoxen Religion und Lebensweise der Hirten geprägt ist. Daraus resultierten bis heute tolerante Unbeweglichkeit Neuem gegenüber. Gleichzeitig treffe man auf schnelle Anpassungsfähigkeit, welche der Lebensweise der Hirten zu verdanken sei. Da die Völker Siebenbürgens jahrhundertelang aufeinander angewiesen waren, war ihr Denken von Offenheit gegenüber der westlichen, aber auch gegenüber der östlichen Kultur jüdischer, armenischer und türkischer Kaufleute geprägt.
Im Blick auf Europa sah der Abgeordnete in der Wiedervereinigung
Deutschlands als treibende Kraft für die EU-Erweiterung. Die Siebenbürger Deutschen hätten das Land genauso organisiert verlassen, wie sie gekommen seien. Auch die gute Arbeitsmoral sei ein Relikt der Deutschen.
Bedeutend für die Zukunft Europas sei die demographische Entwicklung und die Klimaveränderung. Sógor kritisierte die Engstirnigkeit der Elite und verwies auf das Erbe Siebenbürgens mit den Schlagworten: "Aufeinanderangewiesensein, Offenheit, Toleranz, Solidarität und der Wille, voneinander zu lernen".
Bürgermeister Franz Müller hob auf die 500jährige Geschichte Oberkirchs ab, die maßgeblich von den Fürstbischöfen Straßburgs geprägt wurde. Oberkirchs Ehrenbürger Hans Furler habe als einer der ersten Europaabgeordneten europäische Geschichte geschrieben.
Europa-Postkarte vorgestellt
Europa lebt von kreativen Ideen und Begegnungen. Dies zeigte sich dieser Tage bei der Vorstellung einer neuen "Europa-Karte" als Spruchkarte mit einer Abbildung der Mimrambrücke zwischen Kehl und Straßburg und der richtungweisenden zweisprachigen Bildunterschrift "Europa - damit Visionen Wirklichkeit werden". Die quasi im Schoße der Europa -Union Achern entstandene Idee des Vorstandsmitglieds Klaus Huber war bei dem Vorsitzenden des Acherner Ortsverbandes, Jürgen Klemm, sowie bei Dr. Roland Giebenrath als Vorsitzendem des Kreisverbandes Ortenau der Europa Union, auf offene Ohren gestoßen. Sie fand in Margarethe Leonhard, die seit kurzem auch Geschäftsführerin des Kreisverbandes ist, und dem Fotografen Jean-Marc Marcoux (Straßburg), denen der Oberacherner Autor in der Vorbereitung seines zweisprachigen Gedichtbands "Zeit-Lupe" begegnet war, qualifizierte "Geburtshelfer". Wertvolle gestalterische Anregungen bei der Doppelkarte, deren Entwicklung in der Weihnachtszeit des vergangenen Jahres begonnen hatte, gab die Mediengestalterin Barbara Schenk von der Druckwerkstatt Renchen, wo die Karte gedruckt wurde. Am vergangenen Dienstag konnte sie nun von Karl-Martin Matt als Vertreter des Hauses den Urhebern ausgehändigt werden. Die erste Auflage umfasst 500 Exemplare. Die Karte soll - gerade auch grenz-überschreitend - durch die Europa-Union, diverse Verbände und Firmen bei offiziellen Anlässen und Einladungen, aber auch privat Verwendung finden. Sie ist samt Umschlag ab sofort bei Margarethe Leonhardt, Tel. 0033 - 3 88 35 05 04 oder bei der Europa Union Achern, Tel. 07841 - 53 81 erhältlich. Einer regen Nachfrage im Vorfeld zufolge ist mit einem Nachdruck zu rechnen.
Jahreshauptversammlung der Europa Union Achern
Achern (hu). Etliche Gäste konnte am Donnerstagabend Jürgen Klemm als Vorsitzender der Europa Unon Achern zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Ratskeller begrüßen, darunter als Gastreferentin die Eurodistrikt-Referentin beim Landratsamt Ortenaukreis, Pascale Simon- Studer, sowie den
ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Achern, Reinhart Köstlin, auch Mitbegründer des Eurodistrikts.
Die aus Lons-le-Saunier im französischen Jura stammende Pascale Simon Studer, die seit 1.6. des vergangenen Jahres im Amt ist und symbolträchtigerweise als einzige im Landratsamt die französische Staatbürgerschaft besitzt, eröffnete die Schilderung ihres Arbeitsgebiets mit einem kurzen Rückblick auf das, "was innerhalb eines Jahres passiert ist". Für den Eurodistrikt, dessen Gründung durch ein Treffen des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Chirac und des damaligen deutschen Bundeskanzlers Schröder forciert worden war, machte die Referentin drei Hauptziele aus: die Grenzregion als Pilotregion für Europa zu machen, dass der Eurodistrikt zur nachhaltigen Entwicklung der Region beitrage, sowie den Menschen in der Grenzregion das Leben zu vereinfachen. Der Eurodistriktrat als Entscheidungsgremium mit Vertretern der lokalen Gebietskörperschaften tage mindestens zweimal pro Jahr. "Eine wichtige Instanz" sei hierbei der Begleitausschuss mit Delegationen aus verschiedenen Ebenen. Erweise sich mit Blick auf die Landkarte die Fläche auf deutscher Seite als sechsmal so groß wie der französische Anteil, so sei die Einwohnerzahl auf beiden Seiten des Rheins mit jeweils 600 000 Einwohnern etwa gleich.
Dass sich auf allen Gebieten etwas tut, zeigte die Verbesserung, dass deutsche Rettungsdienste auch jenseits des Rheins Vorfahrtsrecht genießen, ebenso wie ein grenzüberschreitendes Projekt zum Thema "Epilepsie" oder im Umweltbereich auf dem Gebiet der Unkrautbekämpfung, wo Pascale Simon Studer zufolge man auf französischer Seite "von Deutschland nur lernen" könne. Profitiert das Handwerk vom Eurodistrikt durch eine Vereinbarung für grenzüberschreitende Berufsausbildungen, so auch jede Altersgruppe bis hin zu den Senioren, um die sich Seminare mit Themen von der Versorgung bis hin zu Wohnformen um Alter kümmern. Wird im Bereich des Nahverkehrs der Eurodistrikt durch den Austausch über die Verkehrsnetze in der Region sowie bei zweisprachigen Fahrplänen spürbar, so sprechen Veranstaltungen wie eine Solidaritäts-Radtour von Fünft- und Sechsklässlern der Region als deutsch- französische Begegnung und ein bevorstehendes "Europäisches Picknick" am 1.6. für einen regen gegenseitigen Austausch über die Grenzen hinweg. Finanziell gefördert werden durch den Eurodistrikt auch Exkursionen von Schulklassen in der Region mit grenzüberschreitendem Begegnungscharakter. "In einer Umbruchzeit" sah sich die Referentin schließlich nicht zuletzt angesichts der bevorstehenden französischen Ratspräsidentschaft.
Um diese richtungweisenden Ausführungen von Pascale Simon Studer herum gruppierten sich die Rechenschaftsberichte eines Vereinsjahrs, so der Kassenbericht von Hannelore Alvarez, der die Kassenprüfer Richard Busam und Hans-Peter Vollet eine ordnungsgemäße Buchführung bescheinigten.
Jürgen Klemm zog in seinem Rückblick das "sehr positive Fazit bei Jugendlichen", dass diese "sich für Europa sehr begeistern lassen". "Der Europa-Wettbewerb brummt" kam der Vorsitzende der Europa- Union fast ins Schwärmen. Der Ortenaukreis sei, was die Beteiligung am Europa- Wettbewerb der Schulen angehe, im Land an der Spitze, was ein Verdienst der Lehrerinnen und Lehrer sei, "die mit Engagement an die Sache herangehen". Jürgen Klemm äußerte: "Das macht Hoffnung" und freute sich auch über das Interesse der Acherner Kolpingsfamilie an einer Fahrt ins Europa-Parlament nach Straßburg. Hätten "innerhalb eines Jahres mit Höhen und Tiefen" manche Veranstaltungen mehr Besucher verdient gehabt, so war das Martinsgansessen wieder "ein Renner". ´
Eine leichte Aufgabe kam mit der Entlastung des Gesamtvorstandes auf Reinhart Köstlin zu, der in seinem Grußwort deutlich machte: "Die Europa-Union
zeichnet sich dadurch aus, dass sie hochkarätige Veranstaltungen anbietet". Der pensionierte Stadtchef zeigte sich "froh, dass es in Achern solch eine Europa-Union gibt".
In seinem Ausblick visierte Jürgen Klemm die Prämierung der Preisträger des Europa-Wettbewerbs am 8. Mai im Bürgersaal des Rathaus in bewährter Form an und versprach auch das Martinsgansessen sowie eine Klassenfahrt ins Europaparlament zur Zeit der Verleihung des Sacharow-Preises als Fixpunkt im Jahresprogramm.



